Dem ÖJC ist es gelungen, den britischen Aufdeckerjournalisten Richard Medhurst am 5.11.2024 zu einem spannenden Talk in den ÖJC-Pressesalon einzuladen. Und damit den zahlreichen ÖJC-Mitgliedern Hintergrundinformationen zu einem brisanten Fall von Verletzung der Pressefreiheit zu geben.
Richard Medhurst ist ein bekannter freier Journalist. Seine Video- und Social-Media-Kanäle haben hunderttausende Abonnenten. „Ich wollte einfach erzählen, wie es tatsächlich ist, nicht wie es in den Medien zumeist dargestellt wird“, erklärt er im ÖJC-Talk, und deswegen hat er auch den Werdegang als Journalist eingeschlagen.
Besonders engagiert ist Medhurst im Kampf für Meinungs- und Pressefreiheit, wofür auch der Österreichische Journalisten Club immer wieder vehement eintritt. Vielen wurde Medhurst erst als Berichterstatter über den Prozess von Julian Assange bekannt.
Im August 2024 wurde aber aus dem Journalisten, der sich für die Freilassung von Assange einsetzte, selbst ein juristisch Verfolgter. Am Flughafen Heathrow wurde er festgenommen, aus dem Flugzeug eskortiert und fast 24 Stunden aufgrund der britischen Terrorismusgesetzgebung festgehalten. Die Begründung: weil er durch seine journalistische Arbeit eine Meinung vertreten habe, die unter „terroristische Aktivitäten“ falle.
Im Zentrum von Medhursts journalistischer Arbeit steht nämlich die Aufdeckung US-amerikanischer, britischer und israelischer Kriegsverbrechen in Gaza und im gesamten Nahen Osten. Gegen ihn wird seither ermittelt. Derzeit ist er auf Bewährung, in einigen Monaten muss er sich wieder bei der Polizei in Heathrow melden: „Meine Arbeit wurde stark eingeschränkt. Viele Medienunternehmen haben die Zusammenarbeit ruhend gestellt und ich passe sehr auf, wie ich meine Berichte formuliere“, betont er. Medhurst ist der erste Journalist in Großbritannien, der aufgrund seiner beruflichen Arbeit eine Untersuchung wegen Terrorismusunterstützung laufen hat: „Sie wollen mich und andere dadurch einschüchtern.“
Unterstützung erhielt er von der britischen Journalismusgewerkschaft NUJ und der IFJ, doch große Medien berichteten nicht über seinen Fall – wohl aus Angst, selbst Opfer der Justiz zu werden, vermutet Medhurst. Bim Talk im ÖJC-Pressesalon konnten sich die Teilnehmer selbst ein Bild machen. Hier der Live-Stream zum Nachhören: ÖJC Live-Talk mit Richard Medhurst


